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Leseprobe

 

 

Da wär ich nun mit meinem Leben – in der Warteschleife! Die Frage ist nur, wie viele Schleifen muss ich fliegen?

 

Mein Leben ist ausgestattet mit dem was ich immer wollte: Mein Traummann, ein Kind, ein Haus. Alles wäre perfekt – wäre da nicht die Sache mit dem JOB! Ich sitze also hier in meinem Traumhaus in einem der angesagtesten Viertel der Stadt, mitten im Herzen vom Ruhrgebiet. Ich LIEBE dieses Fleckchen Erde! Es ist hier sehr ländlich und trotzdem mitten im Geschehen. Unser Garten ist so groß, dass man durchaus von Landwirtschaft sprechen kann. Ich heiße im Übrigen Sylvia. Als Mutter und Ehefrau gäbe es mit Sicherheit reichlich zu tun, doch leider ist diese Art von Leben nicht für mich bestimmt. Ich will immer Alles und zwar sofort! Ich will Familie, Haus UND einen Job! Doch genau den fand ich einfach nicht. Meine Freunde sagen, ich wäre ein fröhlicher, lebensbejahender und ein mit Energie geladener Mensch der gern im Mittelpunkt steht. Stimmt irgendwie, denn meistens habe ich Hummeln im Hintern. Ich liebe es zu tanzen und zu feiern. Ich habe BWL studiert und arbeitete meist im Büro. Außerdem bin ich auch Friseurmeisterin, was – wie Ihr lesen werdet – noch von Bedeutung ist. Ich bin 45 Jahre jung, blond, groß, schlank. Meine Interessen sind sehr vielseitig und ich würde am liebsten alles auf einmal tun. Aber so alt werde ich wohl nicht. Da müsste ich Joppie Hesters schon Konkurrenz machen. Ich wäre zum Beispiel gern Malerin in der Toskana. Ich würde gern Kunst studieren oder Philosophie. Aber das muss ich mir wohl für mein Rentenalter aufheben. Verdammte Axt noch mal – wieso geht die Zeit so schnell vorbei? Diese Erkenntnis hat man meist erst dann, wenn es zu spät ist.

Dennoch war es im meinem Leben bisher immer so, dass Alles von allein lief.

 

………

 

In den nächsten Wochen schrieb ich weiter. Bis ich irgendwann eine Auszeit brauchte. Auch Kaffee konnte hier nicht mehr helfen. Ich korrigierte mehr als ich neues schrieb. Und als könnte Sabine Gedanken lesen, klingelte es an der Tür. „Auf geht´s – pack Deine Klamotten.“ Sie winkte mit zwei Flugtickets nach London. So ist sie eben. Sie wusste wie gern ich zuweilen dort war. „Ich dachte Du musst mal aus Deinen vier Wänden raus. Du bekommst sonst noch einen Stubenkoller. Wir machen uns vier schöne Tage.“ „Ja aber wann?“ Bine grinste. „Na jetzt! Ich habe heimlich alles mit Deiner Familie

geregelt. Schnapp Dir Deine Lieblingsschuhe und los geht´s. In drei Stunden heben wir ab.“ Frank stand im Türrahmen und lächelte mich verliebt an. „Na los Baby! Grüß Caroline und Adam von mir. Denn dort werdet Ihr wohnen. Caroline holt Euch vom Flughafen ab.“

...........

 

Die Messe fand in der Town Hall statt. Es waren die verrücktesten Leute zu sehen. Models in ihrem natürlichen Lebensraum, schwule Friseure mit Neonklamotten, schnatternde Teenies und mitten drin WIR. Die Neonbeleuchtung war gleißend hell und die Luft roch nach Parfum und Haarspray. Fotographen, Fernsehteams und die Presseleute rangen um die besten Plätze bei der Haircompetition. Das war auch für mich als Friseurmeisterin natürlich mein Anlaufpunkt. Ich konnte nicht genug kriegen von dem Duft der Luft und der besonderen Welt dieser Künstler, zu denen ich schon lange nicht mehr gehörte. Etwas Wehmut machte sich in mir breit. Wir quetschten uns durch die Reihen, um alles hautnah erleben zu können. Es war völlig chaotisch. Auf dem Boden lagen Kabel, welche mit Isolierband festgeklebt waren. Und dann kam, was kommen musste – ich stolperte mit meinen Jil Sander Muls über ein Kabel und landete direkt in den Armen eines Presseverteters.  „Hopla Lady. Not so stürmisch“ sagte er. Ich stutzte, denn er sprach deutsch mit englischem Akzent. Er muss gehört haben, dass Bine und ich uns deutsch unterhielten. „Entschuldigen Sie bitte, aber das muss hier wohl ein Mann organisiert haben.“ Er lachte. „Sie sind funny!“ Darf ich mit den Damen, may be after der Show, ein Interview machen. Ich schreibe hier about the competition für die London Post.“ Bine und ich sahen uns an. An Bines Ausdruck konnte ich sehen, dass sie ihm antworten würde. „Ok. Wir treffen uns danach an der Bar.“ Bine machte ein siegessicheres Gesicht. „Das muss Schicksal sein. Ausgerechnet einem Schreiberling fällst Du in die Arme. Vielleicht sollten wir ihn darauf ansprechen, dass Du ein Buch schreibst und noch dazu ursprünglich aus der Friseurwelt kommst.“

 

 

……..

 

Die Tür ging auf. Es trat ein Mann herein. Bine und ich sahen uns an. „Wow“ sagte ich. „Warum ist der nicht in seinem Käfig? Wer hat den denn freigelassen?“ „Allerdings,“ sagte Bine. Es war William. Groß, schlank, dunkelhaarig, braun gebrannt,strahlend weiße Zähne und im Business-Look gekleidet. Er kam näher und die Luft roch nach gebrannten Mandeln. Wie sich heraus stellte war seine Mutter Italienerin und sein Vater Deutscher. Es hatte ihn beruflich nach England verschlagen. Hallo, ich bin Will. Gerry hat mir schon vom gestrigen Abend erzählt. Er war so begeistert, dass ich Euch einfach selbst kennen lernen musste.

 

 

………….

 

Wir lachten und tranken noch einen kräftigen Schluck Wodka mit Gummibärchensaft. „Wenn Du Dein Ziel von 600 Paar Schuhen erreicht hast, benötigen wir wohl keinen Laptop mehr sondern ein Rechenzentrum inklusive Mitarbeitern. Dann wäre ja Dein Job-Problem auch gelöst. Prost Du Schuhprinzessin.“ Kaum zwei Stunden später waren wir auch schon fertig! Wir haben uns gegenseitig die Haare gekämmt, über Jungs gelästert und uns benommen wie Sechzehnjährige. Was Mittvierziger eben so tun an einem Samstagabend. Das war die richtige Stimmung um los zu gehen. Wir gingen in unseren Stamm Pub. Es ist ein gemütlicher Laden mit gehobenem Ambiente.

 

………

Im Haus saß Gerry an einen Stuhl gefesselt und das Blut lief Ihm aus der Nase. - "They found die Email mit der Warnung for you both. I'am sosorry!" Gerry weinte. Wir wurden ebenfalls auf je einen Stuhl gesetzt und mit den Armen hinter dem Rücken daran gefesselt. Bine flüsterte: "Was machen wir jetzt?" Ich fühlte mich wie in einem Kinofilm. Das war wohl der Grund, weshalb ich irgendwie keine richtige Angst spürte. Es war völlig unwirklich. In meiner hinteren Hosentasche war mein Handy.

 

………….

 

 

Ich hatte endlich das erste Outfit an, öffnete den Vorhang demonstrativ und rief: "Tadaaaa!"

Bine musterte mich von oben bis unten. "Jetzt wo ich Dich so sehe, fällt mir ein, ich muss zuhause den Müll noch runter bringen." Ich grinste. "Nee, mal ehrlich – so schlimm?" Ich verkroch mich wieder hinter dem Vorhang und versuchte in eine Röhrenhose zu schlüpfen. Die Größe die drin stand stimmte normalerweise. Es hatte wirklich nichts mit den kleinen Tierchen zu tun die „Kalorien“ heißen, welche Nachts die Klamotten immer enger nähen… Das kennt Ihr ja sicher auch. Ich habe da eher eine andere Theorie. Es ist wirklich nicht zu fassen. Was früher Größe achtunddreißig war, ist heute zweiundvierzig und das, ohne auch nur ein Gramm zugenommen zu haben. Ich denke, dass die Jungendlichen von heute immer dicker werden und um denen einen Schock zu versetzten um abzunehmen, werden die Größenschilder einfach getauscht. Nun - die Röhrenhose. Das erste Bein war drin! Ich balancierte auf einem Bein in der Kabine und versuchte das zweite Bein in die Hose zu bekommen. Ich hüpfte auf und ab als.... die Verkäuferin mit einer Empfehlung vor der Kabine stand und.... peng! Ich fiel durch den Vorhang direkt auf die Verkäuferin. Diese landete mit Schwung………………

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